Vielseitiger Chicorée

von Carmen Menn

Salat, Gemüse, Kaffeeersatz, Verpackungen ...

Grafik Chicoree
Grafik: Carmen Menn, Bonn

In Deutschland kennen wir den Chicorée meist als knackigen, etwas bitter schmeckenden Salat. Man kann die Chicorée-Knospen jedoch auch dünsten oder anbraten und diese als warmes Gemüse essen. Diese Art der Zubereitung ist besonders bei unseren belgischen, französischen und niederländischen Nachbarn beliebt.

Noch aus der Kriegszeit bekannt ist die Nutzung der Chicorée-Wurzeln zur Herstellung von Kaffeeersatz. Die Wurzeln werden zerkleinert, getrocknet und geröstet. Anschließend kann man die Wurzelstücke mahlen und das Pulver mit heißen Wasser übergießen. Heute gibt es den so genannten Zichorienkaffee in verschiedensten Mischungen und Geschmacksrichtungen wieder als Trendprodukt in Bioläden, Reformhäusern und bei anderen Lebensmittelhändlern.

Die Chicorée-Wurzeln waren bisher meist Abfall, Futterprodukt oder Kompost für den Landwirt, jetzt sind sie Grundstoff für ein höherwertiges Produkt: Plastik aus nachwachsenden Rohstoffen. Die Wurzel der Chicorée enthält besonders viel Inulin. Inulin ist ein langkettiger Vielfachzucker aus Fruktosebausteinen. Wissenschaftler der Universität Hohenheim haben ein rentables Verfahren entwickelt, wie sie diesen Vielfachzucker (Polysaccharid) zu einem wichtigen Rohstoff für neuartige Bio-Kunststoffe verarbeiten können. Hydroxymethylfurfural (HMF) heißt dieser Grundstoff für die Plastikproduktion. Daraus entstehen Lebensmittelverpackungen oder Nylon.

Schlagwörter zu diesem Artikel:

Zurück